Standpunkt vor 269 Tagen

nanoFlowcell auf dem Internationalen Genfer Autosalon 2017

Von automobilen Stars, Sternchen und Sternschnuppen

Bereits seit 1905 läutet der Internationale Genfer Automobilsalon das automobile Messejahr ein. In diesem Jahr präsentieren sich ab Anfang März für rund zwei Wochen etwa 700 Marken auf 102.000 Quadratmetern den mehr als 700.000 Besuchern.

Zweifelsfrei, der Genfer Automobilsalon hat sich als eine der wichtigsten Automessen weltweit etabliert. In den vergangenen einhundert Jahren wurden hier viele automobile Trends geboren, Skurrilitäten präsentiert und automobiltechnische Höchstleistungen geboten. Wie kaum eine andere Messe steht der Automobilsalon am Fuße des Mont Salève auch für eine Vielzahl von Studien, Exoten, Supersportlern und Kleinserienmodellen.

Mehr als 700.000 Besucher informieren sich über die Trends im Automobilbau

Zunehmend an Präsenz gewinnen auf dem Genfer Autosalon auch die alternativen Antriebe. Nahezu alle Hersteller zeigen in Genf ihre neuesten Elektro-, Brennstoffzellen- oder Hybridautos. Doch dies sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie die einsamen Stars am Automobilhimmel sind. Hingucker sind weiterhin die PS-Boliden, gegen die die Otto-Normal-Modelle fast unscheinbar wie graue Mäuse wirken. Dennoch, diese sind die Volumenmodelle und Gewinnbringer, denn Hersteller verdienen nach wie vor ihr Geld nicht mit Showcars oder alternativen Antrieben, sondern mit Benzin- und Dieselmotoren.

Lexus LC 500h (links) mit Hybrid-Antrieb und Toyota Mirai mit Brennstoffzelle (rechts)

Der Vorreiter der Elektrifizierung weiß um die Elektromobilitäts-Bedenken seiner Kunden und vertraut bei seinem Spitzenmodell, dem Lexus LC 500h, weiterhin auf die Kraft der zwei Herzen: ein 3,5-Liter-V6-Saugbenziner mit 299 PS in Kombination mit einem 179 PS starken Elektromotor. Ein fauler Kompromiss, der Leistung verspricht, der Umwelt aber nichts Gutes tut, werden viele denken. Immerhin gut aussehen tut der LC und hat sich dafür die Auszeichnung ,,Production Car Design of the Year" zu Recht verdient. Umwelt-Kritikern wird der Mirai präsentiert, ein Wasserstoff-Mittelklässler aus gleichem Haus, für über 65.000 Euro. Der Mirai wird wohl den gleichen Nischen-Status einnehmen, wie die Wasserstoffmodelle der koreanischen Konkurrenz. Hyundai hat aus seinen letzten 20 Jahren Brennstoffzellenforschung so viel gelernt, als dass der Ioniq "modular" für mehrere Antriebsvarianten konzipiert wurde. Man will sich nicht auf eine Antriebsart festlegen, da keine der bislang verwendeten Technologien eine Zukunft versprechen.

Hyundai Ioniq (links) und Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid (rechs)

Wirklich brillieren in Punkto Umwelt tun auf dem Salon die wenigsten Hersteller. Es werden viele Alibi-Elektroantriebe präsentiert, wie beispielsweise der 100kW-starke elektrische Hilfsantrieb im Panamera Turbo S E-Hybrid. Dieser rechnet sich vielleicht nicht für die Umwelt, doch wenigsten schönt er die CO2-Bilanz des monumentalen 680 PS Sport-Sedans: laut NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus) unterbietet der Panamera Turbo S E-Hybrid den Leisetreter Toyota Prius im Schadstoffausstoß um bis zu 10 Gramm CO2 pro Kilometer. Schöne neue Welt.

Mercedes-Maybach G650 (links), AMG GT CONCEPT (rechts)

Dass diese elektromobile Augenwischerei am Markt aufgeht, weiß man auch in Stuttgart und präsentiert das AMG GT CONCEPT, das trotz Elektrofloskel "EQ Power+" weiterhin auf die Kraft eines 4,0-Liter-V8 vertraut. Ein bisschen Elektro scheint in den Chefetagen gut anzukommen, mehr Elektro wäre wohl zu viel des Guten. Bei einem zu erwartenden Preis von rund zwei Millionen Euro fährt das AMG GT CONCEPT in der Umweltbilanz ohnehin nur unter ferner liefen. Dicht gefolgt vom Mercedes-Maybach G650, die luxuriöse Vitalisierung des germanischen Offroad-Klassikers. Wo sind die frischen Ideen, die bewegen und zwar nicht nur Umsatz oder Automobil-Libido, sondern auch die Umwelt? Lichtblick könnte die Studie "Concept EQ" sein, die Ende dieser Dekade Produktionswirklichkeit werden soll. Ein fortschrittliches EV-Konzept, leider mit umweltbelastender Batterietechnologie von vorgestern.

Mercedes Concept EQ (links), Black Cuillin von Eadon Green (rechts)

Der scheinbar aus der "Hot Wheels"-Schmiede stammende Black Cuillin von Eadon Green wirkt im Vergleich geradezu ehrlich. Er will nicht verbergen, dass sein 6-Liter V12 genauso retro ist wie sein Design. Der Engländer würde wohl sagen "Interesting".

Lamborghini Huracan Performante

Wenn es um satte Leistung geht, so fährt die VW-Konzernmarke Lamborghini ganz vorne. Der Lamborghini Huracan Performante 5,2-Liter-V10 hatte erst kürzlich mit 6:52,01 min den Rundenrekord auf dem Nürburgring geknackt. Während so mancher VW-Fahrer seinen Diesel-PS nachtrauert, die dem "Software-Update" zum Opfer fielen, lenken Hyper-Cars und Rennsemmel vom konzerngemachten Abgas-Skandal ab, der dem Unternehmen nach eigenen Angaben 18 Milliarden Euro kosten wird. Spießer, die immer nur klein denken - Erbsenzähler, die vorrechnen, dass man für diese Summe in allen betroffenen Diesel-VWs umweltfreundliche nanoFlowcell®-Antriebe hätte verbauen können.

Auf dem Salon zeigen die Kleinen technische Größe: Dragonfly von Catecar und Microlino von Micro Mobility Systems.

Ganz und gar nicht spießig, sondern recht knuffig kommt dagegen der Schweizer Microlino daher. Ein an die Isetta der 50er-Jahre erinnernder Elektro-Zwerg mit einem Leergewicht von 450 kg und einer Reichweite von 120 Kilometern. Micro Mobility Systems wie auch Catecar mit seinem Dragonfly sind zwei der vielen Nischen-Hersteller, die ihre alternativen Antriebssysteme auf dem diesjährigen Salon ausstellen.

Elektro-Renner Ren von Techrules.

Noch exotischer ist wohl der Supersportwagen Ren des chinesischen Unternehmens Techrules. Formal ein Elektrofahrzeug mit sage und schreibe sechs Motoren (!) und - jetzt kommt das Exzentrische - einer Gasturbine als Range Extender. Wenn die 960 kW starken Motoren den 25kWh Lithium-Polymer-Akku rasend schnell leergesaugt haben, treibt die mit Benzin oder Diesel betrieben Turbine einen Generator an, der frischen Strom für den Akku liefert. Bis auf die Gasturbine ist das Konzept ähnlich einem Opel Ampera oder einem BMW i8, inklusive dem oft übersehenen Pferdefuß "Range Extender": es müssen fossile Energieträger verbrannt und Emissionen in Kauf genommen werden, um elektrisch fahren zu können.

Dendrobium – Design-Inspiration leistete eine Orchidee

Rein elektrisch kommt der nach einer Orchidee benannte Elektrosupersportwagen Dendrobium des singapurischen Unternehmens Vanda Electrics daher. Mit ihrem futuristischen Design und einem avisierten Kaufpreis im siebenstelligen Bereich, wird die ab 2020 in einer Kleinserie von 100 Stück produzierte fernöstliche Elektro-Blume kaum befürchten, dass sie in Showrooms vor sich hinwelken wird. Die Kritik, dass Elektromobilität nur für reiche Liebhaber teurer Spielzeuge ist, wird der Dendrobium leider auch nicht entkräften können.

Allgemein wird man als Messebesucher feststellen, dass sich auf dem Salon viel Automobil-Innovation präsentiert. Nicht so sehr bei den Großen - von denen hätte man mehr erwartet - sondern eher bei den Nischenherstellern, die den Automobil-Markt der Zukunft, die Elektromobilität, technologisch erschließen. Kleine, höchst innovative Unternehmen, die noch frei sind von den status-wahrenden, innovationsfeindlichen Strukturen großer Konzerne.

Klein und innovativ einerseits, groß und traditionell andererseits. Schließt Fahrleistung Umweltbewusstsein aus? Will die Autoindustrie nicht anders, weil sie nicht anders kann? Dass es keinen Kompromiss geben muss, zeigt die nanoFlowcell Holdings mit ihrem aktuellen Elektrosportler QUANT 48VOLT.

QUANT 48VOLT von nanoFlowcell Holdings

Neben all den Stars und Sternchen in Genf ist der QUANT 48VOLT wohl der ausgefallenste Exot. Er fährt leistungstechnisch bei den hubraum- und PS-starken Supersportwagen der Welt vorne mit, doch ist sein CO2-Fußabdruck kleiner als der des Microlino. Der Niedervolt-Elektroantrieb im QUANT 48VOLT wird gespeist von einer nanoFlowcell®-Flusszelle - ein noch einzigartiges Batterie-Konzept in der Automobilindustrie und eines, das mitnichten in den Entwicklungsabteilungen der Autohersteller bekannt ist. In Europa fristet die Forschung im Bereich der Flusszellentechnologie ein stiefmütterliches Dasein. Bei nanoFlowcell - und auch anderswo auf der Welt - hat man jedoch das Potential der Flusszellentechnologie erkannt und dies nicht nur im Bau elektrischer Antriebe für Supersportwagen.

Riesige LED-Tower visualisieren die Flusszellentechnologie auf dem Stand der nanoFlowcell Holdings

Ein Eye-Catcher ist der QUANT 48VOLT allemal, wie die Besucherzahlen am Stand zeigen. Riesige LED-Installationen signalisieren von weitem: Hier geht es um innovative Energie-Technologie, nicht um PS-Muskelspiele. Dennoch sind viele Besucher des QUANT-Stands auf dem Salon überrascht, wenn sie erfahren, dass QUANT 48VOLT und QUANTiNO 48VOLT lediglich Technologiebotschafter für die nanoFlowcell®-Technologie sein sollen und dass das F+E Unternehmen nicht die Absicht hat, diese Autos in Serie herzustellen. Alleine während der Messe hätten etliche Kaufverträge für den QUANT 48VOLT und noch mehr für den QUANTiNO 48VOLT abgeschlossen werden können. Doch stattdessen möchte die nanoFlowcell Holdings etablierte Automobilhersteller vom Konzept des nanoFlowcell® 48VOLT Niedervoltantriebs überzeugen. Eine Energie-Technologie, die der Elektromobilität zum Durchbruch verhelfen kann - Elektroantriebe ohne Leistungseinbußen, ohne teure und schwere Batterien und ohne Range-Extender, dafür aber sauber, umweltgerecht und kosteneffizient. Auf dem Salon sucht man daher das Gespräch mit der Industrie - mit Technikern, Ingenieuren und Produktplanern - und wird nicht müde, die Funktionsweise sowie das Potential der nanoFlowcell®-Technologie und des 48-Volt Niedervoltantriebs zu erläutern. Flusszellen kennen die wenigsten und für fast alle Fachbesucher geht Niedervolt immer noch Hand-in-Hand mit hohen Strömen. Dass der QUANT 48VOLT dieses Problem unter Verwendung von höchst innovativen 45-Phasen Niedervoltelektromotoren in den Griff bekommen hat, erstaunt. "45-Phasen Niedervoltmotoren? Gibt es die wirklich?" wird nachgefragt. Ja, eine Motorentechnologie, die durch Einfachheit und Genialität glänzt.

Auch wenn Vertreter vieler Hersteller bereits den QUANT FE oder den QUANTiNO Test gefahren haben, bei mehreren tausend Mitarbeitern in den Entwicklungsabteilungen und Entscheiderebenen der großen Konzerne dauert es, bis Innovationen wie nanoFlowcell® die Runde machen ...

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