Standpunkt vor 26 Tagen

La Vecchia: „Ein bisschen nanoFlowcell® geht nicht“

Wie steht es um die Vermarktungsreife der nanoFlowcell® Flusszelle? Wann laufen die ersten QUANT Elektrofahrzeuge vom Band? Wie realistisch ist ein nanoFlowcell®-Kraftwerk? FLOWmag sprach mit Nunzio La Vecchia, Geschäftsführer der nanoFlowcell Holdings Ltd.


Herr La Vecchia, nachdem in den Vorjahren ein technologisches und unternehmerisches Highlight im Hause nanoFlowcell dem anderen folgte, zeigte sich Ihr Unternehmen in den vergangenen Monaten sehr introvertiert. Wie kam es dazu?

Es stimmt, dass wir in den Jahren 2016 und 2017 einen Durchbruch in der technischen Weiterentwicklung unserer nanoFlowcell® Flusszelle erreichen konnten. Dies war ein Dammbruch für die Entwicklung unseres nanoFlowcell® 48VOLT Niedervoltantriebs sowie anderer Applikationsmöglichkeiten. Wir haben über diese Entwicklungsfortschritte sehr eng informiert – auch über unsere damit zusammenhängenden unternehmerischen Perspektive. Denn mit der technischen Marktreife waren wir gezwungen, uns auch über die weitere Entwicklung unseres Unternehmens und unserer Rolle als integratives Forschungs- und Entwicklungsunternehmen Gedanken zu machen. Wir haben verschiedene Entwicklungsszenarien durchdacht, von Verkauf bis hin zu Börsengang. Neben der Evaluation verschiedener unternehmerischen Entwicklungsoptionen, haben wir in den vergangenen beiden Jahren intensiv an der Vermarktungsreife unseres Technologiekonzeptes gearbeitet – insbesondere, wie wir unsere Technologie vom Labor in die Massenproduktion überführen können. Beides für sich sind zähe und zeitaufwändige Prozesse, bei denen wir zwar Fortschritte machen, doch wo nicht jeden Monat ein Highlight zu vermelden ist. Weniger Rampenlicht, mehr Fleißarbeit.

Wo sehen Sie derzeit und zukünftig die größten Schwierigkeiten für Ihr Unternehmen und die Vermarktung der nanoFlowcell®? Es gibt kritische Stimmen, die bezweifeln, dass die nanoFlowcell® eine serienreife Technologie ist.

Ich muss hierzu ein wenig weiter ausholen: In der jüngeren Vergangenheit hat das Unternehmen sicherlich darunter gelitten, dass ich als CEO nicht immer die Präsenz zeigen konnte, die es bedurft hätte, um unternehmerische Entwicklungen zielgerichteter zu beschleunigen. In der Schweiz wurde ich zum Ziel übler Nachrede. Eine sehr private Angelegenheit. Ich war gezwungen mich juristisch zur Wehr zu setzen. Diese Zeit war sehr kräftezehrend für mich. Letztendlich konnten die Streitigkeiten im August 2018 im beiderseitigen Einvernehmen endgültig und vollumfänglich beigelegt werden. Zumindest habe ich den Kopf jetzt wieder frei, um mich zu 100 Prozent auf die vor uns liegenden Herausforderungen zu konzentrieren. Dazu gehört vorrangig der Aufbau einer Pilotanlage: Wir arbeiten mit Hochdruck an unserem Projekt QUANT-City – unser zukünftiges Forschungs- und Entwicklungszentrum, das gleichzeitig auch internationaler Knowledge-Hub für die Flusszellenforschung und Applikationsentwicklung werden soll. Wir haben in den vergangenen Monaten viele mögliche Standorte für QUANT-City evaluiert und eine Reihe von Machbarkeitsstudien durchgeführt. Letztendlich haben wir noch einige wenige Standorte auf der Shortlist und sind sicher, dass wir noch in diesem Halbjahr eine Standortentscheidung herbeiführen können. Das wird ein Meilenstein für uns werden.

Mit der serientechnischen Produktion der nanoFlowcell® und der Massenproduktion von bi-ION® werden auch die letzten Zweifler verstummen. Diejenigen, die uns heute dafür kritisieren, dass wir keine unabhängigen Labortests mit der nanoFlowcell® und bi-ION® zulassen, sind lediglich an einem billigen Einkauf unserer Technologie interessiert – es wäre nicht das erste Mal, dass eine Innovation über Re-Engineering den Weg in die Vermarktung findet. Scheinbar ist ethisches Unternehmertum selten geworden, denn auch wir haben bereits Erfahrung mit Wirtschaftsspionage machen müssen. Man kann es uns daher nicht zum Vorwurf machen, dass wir Interesse daran haben, unsere Forschungsergebnisse – unser geistiges Eigentum – zu schützen. Zumindest solange, bis wir unsere F&E-Arbeit kommerzialisieren können. 

Mit der Entscheidung für QUANT-City fällt gleichzeitig auch eine Entscheidung gegen den Verkauf der nanoFlowcell®?

Das kann man so sagen. Auch wenn ein Verkauf immer nur eine theoretische Option war. Unser Unternehmen ist unverkäuflich. Wir wollen eigenständig und unabhängig bleiben. So sind wir auch niemandem verpflichtet. Das soll nicht heißen, dass wir die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen in der Forschung und Entwicklung nicht sehr schätzen. Wir haben über die Jahre viel Zuspruch aus der Industrie für unsere Technologie erhalten und viele Hersteller begleiten unsere technische Entwicklung bis heute sehr eng. Mit diesen sprechen wir auch offen über die Vermarktungsprobleme unsere Technologie, die sich herauskristallisiert haben. Beispielsweise müssen wir die industrielle Massenproduktion der nanoFlowcell® Membran sowie der Elektrolytflüssigkeit bi-ION® darstellen können, ohne Qualitätsverluste oder Leistungseinbußen gegenüber der Laborproduktion. Darüber hinaus müssen wir an unserem Geschäftskonzept arbeiten. Viele mögliche Partner haben Bedenken hinsichtlich unserer Monopolstellung bei der Flusszelle sowie dem dazugehörigen „Treibstoff“ bi-ION® geäußert. Eine Energietechnologie wie die nanoFlowcell® ist zweifelslos disruptiv und wird langfristig – je nach Industrie – kaum andere Energieträger neben sich zulassen. Zumal nanoFlowcell® nicht kompatibel mit anderen Batteriesystemen ist. In Anbetracht dessen und des Marktpotentials für umweltgerechte stationäre und mobile Energieträger hieße es „entweder nanoFlowcell® ganz oder gar nicht“. Ein bisschen nanoFlowcell® geht nicht. Da ist die Frage des Intellectual Property für Hersteller natürlich sehr wichtig. 

Autobauer investieren derzeit verstärkt in neue Technologien und Geschäftsmodelle. Was lässt Sie beim Angebot eines nanoFlowcell® 48VOLT Niedervoltantriebs zögern?

Es ist richtig, dass die Automobilindustrie vor enormen Veränderungen steht. Einerseits suchen Hersteller nach nachhaltig tragbaren Lösungen zur Elektrifizierung des Antriebsstrangs. Zum anderen verändert sich mit der zunehmenden Digitalisierung des Fahrzeugs und der darum herum entstehenden Services auch die bestehenden Geschäftsmodelle der Automobilhersteller. Beide Trends stellen die Unternehmen vor enorme Herausforderungen. Bei der Elektrifizierung des Antriebsstrangs wird es keine evolutionäre Weiterentwicklung erprobter Technologien geben, sondern nur einen disruptiven Technologiewandel. Der nanoFlowcell® 48VOLT Niedervoltantrieb ist derzeit die einzige EV-Technologie, die ökologisch und ökonomisch nachhaltig einsetzbar ist. Doch aus den zuvor genannten Gründen zögern Hersteller noch. Das Zögern davor, den Schritt zu machen, der in Konsequenz das Unternehmen und in Folge eine ganze Industrie transformieren wird, ist ein Stück weit nachvollziehbar. Wenn ein führender Automobilmanager aber behauptet „Bei der Elektromobilität ist es wie bei einer guten Party: Wer zu früh kommt, steht alleine auf der Tanzfläche. Wer zu spät kommt, hat die besten Momente verpasst.“ Dann kann ich nur erwidern: Wer die Entwicklungsnotwendigkeit der Elektromobilität mit einer Party vergleicht, erkennt den Ernst der Lage nicht.

Bleiben wir doch bei dem Vergleich: Wie würde denn eine Party mit nanoFlowcell® aussehen?

Idealerweise ist dies eine Party, zu der alle zur gleichen Zeit eintreffen. Wieso sollten man zögern wollen hinzugehen? Mit einem nanoFlowcell® Flußzellenantrieb wird Elektromobilität wesentlich attraktiver sein, als sie es derzeit noch ist. Mit nanoFlowcell® betriebene Elektroautos verfügen über Reichweiten vergleichbar mit denen von Dieselfahrzeugen, ohne schädliche Emissionen und lassen sich ebenso bequem und schnell betanken. Darüber hinaus bietet unsere 48 Volt Niedervoltantriebstechnologie, eine bislang nicht dagewesene inhärent elektrische Sicherheit, ohne Einbußen in der Leistung. Ich gebe die Frage daher an Sie zurück: Wenn Sie ein Elektroauto fahren könnten, das in puncto Reichweite, Geschwindigkeit, Sicherheit, Umweltverträglichkeit und Wartungsfreundlichkeit anderen Fahrzeugen – ob benzin- oder elektrobetrieben – überlegen ist, und zudem, gut designed, nicht mehr kostet als ein heutiges Verbrennerfahrzeug: Würden Sie sich nicht auch für ein solches Fahrzeug entscheiden?

Mit dem Fahrzeug ist es ja nicht getan, ich müsste ein nanoFlowcell®-angetriebenes EV ja auch irgendwo betanken können. Haben Sie hier bereits Kooperationen diskutiert oder anderweitige Lösungen erarbeitet?

Für Außenstehende mag sich dies als Henne-und-Ei-Problem darstellen. Doch dem ist nicht so. Wie gesagt, entscheidend für den Markterfolg unserer nanoFlowcell® Technologie ist ein belastbarer Produktionsprozess für die Massenherstellung von bi-ION® Elektrolyten sowie für die Serienfertigung der Zellmembran. Wenn erst einmal verfügbar, ist der Vertrieb von bi-ION® sehr einfach zu gestalten. Wir werden hierzu Tankstellenbetreibern ein tragfähiges Geschäftskonzept anbieten, das sich am bestehenden Geschäftskonzept von Tankstellen orientiert und deren gegenwärtiges Angebot ergänzt. Denn technisch betrachtet wird ein nanoFlowcell® betriebenes EV mit bi-ION® Elektrolytflüssigkeit betankt, wie ein Verbrennerfahrzeug mit Diesel oder Benzin. Der einzige Unterschied ist, dass es für bi-ION® keinerlei Gefahrgutauflagen gibt, da die Elektrolytflüssigkeit weder brennbar noch explosiv und darüber hinaus umwelt- und gesundheitsunbedenklich ist. Eine Aufrüstung bestehender Tankinfrastrukturen lässt sich somit schneller, einfacher und kostengünstiger gestalten, als der Aufbau einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur für herkömmliche E-Autos.

Wachsen bei den amerikanischen Unternehmen, die aktiv in der Flußzellenforschung tätig sind neue Wettbewerber heran? Inzwischen will man ja auch dort ganze E-Antriebssysteme für Elektrofahrzeuge bauen?

Potenziell ja. Dadurch, dass wir sehr früh in die moderne Flußzellenforschung eingestiegen sind, haben wir uns einen gesunden Vorsprung erarbeitet. Soweit ich weiß, arbeiten einzelne Unternehmen an mobilen Flußzellen, jedoch sind wir das einzige Unternehmen, das ein komplettes Elektroantriebssystem für Elektrofahrzeuge entwickelt hat – ganz zu schweigen von einem straßenzugelassenen Fahrzeug mit Flusszellenantrieb. Diesen Entwicklungsvorsprung kann so schnell kein anderes Unternehmen aufholen. Bedenken Sie, dass in der Flusszellenforschung viel Neuland ist. Es gibt kaum Know-how, auf das man zurückgreifen kann. Die nanoFlowcell® Flußzelle ist daher eine gänzlich eigenständige Entwicklung, das IP an den Niedervoltelektromotoren haben wir uns durch eine Akquisition gesichert und auch die Leistungselektronik wird zukünftig ebenfalls in-house entwickelt werden. Unsere Zielsetzung ist die integrative Entwicklung, das bedeutet nanoFlowcell® nicht als singuläre Technologie zu betrachten, sondern immer auch das Gesamtsystem der jeweiligen Applikation. Dadurch haben wir im E-Automobilbereich einen doppelten Fortschritt erzielt, nämlich bei der Energieversorgung, wie auch im Antrieb. Die Kombination aus Flusszelle und Niedervoltmotor ist ein absoluter USP!

Sie reden sehr leidenschaftlich über eine nanoFlowcell® E-Mobilität. Wann wird dies Realität? Und gibt es noch andere Anwendungsbereiche, an denen Sie arbeiten?

Leidenschaft ist wichtig – man sollte brennen für das, was man tut. Ich bin in der Vergangenheit erfolgreich Maserati Trofeo-Rennen gefahren. Meine automobile Leidenschaft lässt sich daher nicht leugnen. Natürlich wünsche ich mir eine riesige Fahrzeugflotte an QUANT 48VOLT und QUANTiNO 48VOLT bereits schon morgen auf unseren Straßen. Doch das wird noch einige Jahre dauern müssen. Unsere beiden Fahrzeuge sind ja eigentlich nur Testfahrzeuge, Botschafter für unsere nanoFlowcell® Technologie und Pioniere dessen, was wir unter einer nachhaltig strukturierten E-Mobilität verstehen. Bis wir soweit sind, dass wir die Fahrzeuge Serie produzieren, müssen wir zunächst die Serienfertigung der Flusszellenmembran sowie die Massenproduktion von bi-ION® bewerkstelligen. Den Produktionsprozess zur industriellen Herstellung von bi-ION® haben wir längstens fertig aufgesetzt, auch der für die Membranfertigung. Wir konnten wichtige Teile der Fertigungsanlagen bereits entwickeln, andere werden in Kürze fertiggestellt. Die Zeit drängt, da beide Produktionsstätten priorisierte Gebäudekomplexe bei der Errichtung von QUANT-City sind. Dies ist eine Herausforderung, an der wir derzeit mit Nachdruck arbeiten. Alles andere kommt zu seiner Zeit. Letztendlich ist die Herstellung eines nanoFlowcell® Elektroautos ja keine große Herausforderung – das könnte theoretisch dann fast jeder übernehmen. Das technische Design des nanoFlowcell® 48VOLT Antriebs – Motor, Leistungselektronik und Flusszelle – ist stabil, was uns der kürzlich abgeschlossene Dauertest mit dem QUANTiNO 48VOLT gezeigt hat. Schauen Sie, QUANT 48VOLT und auch QUANTiNO 48VOLT sind bereits fertig homologiert und könnten bereits heute in Kleinserie produziert werden. 

Doch lassen Sie mich zum zweiten Teil Ihrer Frage kommen: Nein, Automobil ist nicht alles. nanoFlowcell®-betriebene Elektrofahrzeuge werden nicht ausschlaggebend für den Erfolg der nanoFlowcell® Technologie sein. nanoFlowcell® EVs sind sicherlich der sichtbarste Technologieträger, doch Anwendungen im stationären Bereich werden im Volumenvergleich der wichtigere Markt für uns sein. Ein weiterer wichtiger Zukunftsmarkt, den wir für uns erschließen wollen, ist die Robotik. Insbesondere in puncto thermische Sicherheit hat nanoFlowcell® als Niedervolt-Energiequelle hier große Vorteile zu bieten.

Was werden Sie denn als nächstes entwickeln – einen nanoFlowcell® Roboter oder ein nanoFlowcell® Kraftwerk?

Das trifft die Skalierungsbandbreite der nanoFlowcell® Technologie ganz gut. In der stationären Anwendung kann die nanoFlowcell® die bekannten Dieselgeneratoren als Energielieferant ablösen, nanoFlowcell® kann als „Blockkraftwerk“ Häuser und Wohnsiedlungen unterbrechungsfrei mit Energie versorgen und als Back-up-Energielieferant für Einrichtungen der kritischen Infrastruktur eingesetzt werden. Wir wandeln regenerative Energien in chemische Energie um, um diese zeit- und ortsunabhängig nutzen zu können. Wir machen regenerative Energien nicht nur mobil, sondern können durch ein Mehr an Sicherheit in der Stromversorgung die Energiewende beschleunigen, beispielsweise dadurch, dass eine nanoFlowcell® – eingebunden ins Netz oder netzunabhängig – die unterbrechungsfreie Energieversorgung mit regenerativen Energien sicherstellt. Theoretisch ist ein nanoFlowcell® Megawatt-Kraftwerk ohne weiteres möglich, doch ich sehe die eigentliche Stärke der nanoFlowcell® eher in der dezentralen Stromversorgung – im Kilowatt-Bereich.

Das können aber auch andere Energietechnologien?!

Das stimmt, doch unser Geschäftsmodell ist in der Hinsicht innovativ, als dass es eine Technologie- und gleichzeitig auch eine Service-Komponente enthält. Wir werden mit der nanoFlowcell® nicht nur regenerative Energie, sondern auch interessante Bezugsoptionen wie beispielsweise ein Energie-Leasing anbieten. Unternehmen können dann ein bestimmtes Energiekontingent leasen – das heißt, sie bezahlen nicht den Aufbau einer eigenen Energieinfrastruktur zur unterbrechungsfreien Energieversorgung, sondern kaufen lediglich ihr gewünschtes Energiekontingent über uns ein. Somit können sie sich vom allgemeinen Stromnetz unabhängig machen und haben dennoch – oder gerade dadurch – eine unterbrechungsfreie Energiezulieferung gewährleistet. Das ist insbesondere für energieintensive Produktionen, oder aber auch kritische Infrastrukturen ein wichtiger, aber derzeit auch noch sehr problematischer Aspekt. Wir gehen aber noch einen Schritt weiter, indem wir für diese unterbrechungsfreie Energieversorgung eine Versicherungsleistung anbieten, die unser Lieferversprechen wirtschaftlich absichert. Das heißt im Klartext, Unternehmen die auf nanoFlowcell® setzen haben die Gewissheit – zeit- und wetter-unabhängig – ausreichend saubere, regenerative Energie beziehen zu können und sind bei Ausfall zusätzlich auch noch versichert. Um dies richtig einordnen zu können, möchte ich betonen, dass wir unsere Stärke nach wie vor als integriertes Forschungs- und Entwicklungsunternehmen sehen. Nicht in der Produktion von Applikationen. Nicht in der Entwicklung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen. Letztere sind interessante Aspekte der Wertschöpfungskette, wir decken diese aber nicht selbst ab, sondern arbeiten hier mit Partnern aus der Finanz- und Versicherungswirtschaft zusammen.

Bedeutet dies auch, dass Ihr angekündigter Börsengang als Forschungs- und Entwicklungsunternehmen und nicht als Hersteller von Elektroautos erfolgt? 

Ganz genau. Wir werden als Forschungs- und Entwicklungsunternehmen an die Börse gehen, das die Ergebnisse seiner F&E-Arbeit als Lizenzen und Patente vermarkten wird. Wir nehmen uns beim Thema Börsengang jedoch Zeit, um (a) mit dem richtigen Geschäftsmodell am Markt anzutreten und (b) den richtigen Zeitpunkt zu treffen. Derzeit hängt alles an der Serien- und Massenproduktion unserer Technologie. QUANT-City wird unsere Pilotanlage für die Serienherstellung unserer Flusszellenmembran und die Massenproduktion von bi-ION®. Der Startschuss für QUANT-City wird somit auch der Startschuss für einen Börsengang sein. Brauchen wir einen Börsengang? Nicht zur Finanzierung unserer Forschung und auch nicht zur Finanzierung unseres unternehmerischen Wachstums. Das erforderliche Kapital hierfür ist bereits vorhanden. Doch letztendlich erreichen wir über einen Börsengang die notwendige Publizität für unsere Technologie und unser Leistungsversprechen, und erhalten gleichzeitig die nötige Sicherheit zum Schutz und zur Vermarktung unseres geistigen Eigentums.

Wenn Sie die Stimmung in Ihrem Unternehmen in einem Satz zusammenfassen müssten, wie würde dieser lauten?

Spannende Zeiten für nanoFlowcell! Derzeit werden viele Weichen für die Zukunft unseres Unternehmens gestellt. Wir sind überzeugt von der nanoFlowcell® Technologie und deren Markterfolg. Mobilität ist ein Muss in modernen Gesellschaften. nanoFlowcell® ist eine umweltgerechte Technologie für nachhaltige und zukunftsfähige Mobilität. Den Unsicherheiten der Energiewende können wir mit der absoluten Verlässlichkeit der nanoFlowcell® bei der unterbrechungsfreien Stromversorgung begegnen. Wenn ich unsere Gesamtsituation betrachte, so ist nanoFlowcell® eine win-win-Technologie, zu der ich momentan keine tragfähige Alternative sehe.

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